Am 11. Oktober pünktlich um 10 Uhr trafen wir uns am Parkplatz FINKI in Erbach. Von dort aus fuhren wir in Fahrgemeinschaften zu unserem Ausgangspunkt, dem Parkplatz in Stetten ob Lontal. Noch war die Luft etwas frisch, doch das tat unserer guten Laune keinen Abbruch. Schließlich gilt bei uns das Motto: „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung!“
Unser heutiges Wandergebiet versprach nicht nur herrliche Herbstimpressionen, sondern auch spannende Einblicke in die Geschichte unserer Heimat. Denn die Region gehört zum UNESCO-Welterbe „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“.
Auf herbstlichen Pfaden durch den Stettbergwald
Unsere Wanderung führte uns zunächst auf weichen Waldwegen, die mit einem bunten Teppich aus Herbstblättern bedeckt waren, durch den Stettbergwald hinab ins Lonetal und anschließend wieder bergauf zur Ruine Kaltenburg.
Immer wieder zauberten die einfallenden Sonnenstrahlen, die durch das dichte Blätterdach auf den laubbedeckten Waldboden fielen, eine ganz besondere Atmosphäre. Das goldene Herbstlicht, die bunten Blätter und die friedliche Stille des Waldes machten diesen Weg zu einem wahren Naturerlebnis.
Auf gut markierten Wanderwegen des Schwäbischen Albvereins, teilweise auch auf dem bekannten Albschäferweg, genossen wir die wunderschöne Landschaft und die angenehme Gemeinschaft.
Geschichtsträchtige Mauern und spannende Einblicke auf der Ruine Kaltenburg
Ein etwas steilerer, uriger Pfad führte uns schließlich hinauf zur Ruine Kaltenburg. Die historische Höhenburg aus der Stauferzeit wurde im 12. Jahrhundert von Heinrich von Kaldern erbaut und thront eindrucksvoll über dem Tal von Hürbe und Lone. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde sie in den Jahren 1632/1634 weitgehend zerstört.
Vom Burghof aus bot sich uns ein herrlicher Blick über das Lone- und Hürbetal – ein schöner Ort, um kurz innezuhalten und die Aussicht zu genießen.
Dort wurden wir herzlich von einem Vertreter der „Interessengemeinschaft Kaltenburg“ empfangen. Die engagierte Gemeinschaft setzt sich gemeinsam mit dem Schwäbischen Albverein Hürben für den Erhalt und die Pflege der Burgruine ein.
Mit viel Begeisterung und Sachkenntnis erfuhren wir allerlei Wissenswertes über die Geschichte der Burg und das Leben ihrer damaligen Bewohner. Gegen eine kleine Spende durften wir sogar den Turm besichtigen und die Aussicht von oben genießen.
Besonders anschaulich wurde es, als wir das Gewicht eines echten Kettenhemdes buchstäblich selbst in den Händen halten durften. Dabei bekamen wir eine Vorstellung davon, wie beschwerlich das Leben und Kämpfen für die Menschen damals gewesen sein muss.
Mit vielen neuen Eindrücken und großem Respekt vor dem Leben auf einer mittelalterlichen Burg setzten wir unsere Wanderung fort.
Auf Entdeckungstour zur Charlottenhöhle
Unser nächstes Ziel war die berühmte Charlottenhöhle bei Hürben. Mit einer Länge von 532 Metern zählt sie zu den längsten Schauhöhlen Süddeutschlands und ist die längste begehbare Tropfsteinhöhle der Schwäbischen Alb.
Entdeckt wurde sie im Jahr 1893 von drei Hürbener Zimmerleuten. Ihren Namen erhielt sie zu Ehren der damaligen Königin Charlotte von Württemberg.
Über viele Jahrtausende hinweg hat das Wasser in den unterirdischen Gängen und Hallen ein faszinierendes Tropfsteinparadies geschaffen. Auch wenn wir diesmal die Höhle nur von außen besuchten, war sie ein weiteres beeindruckendes Ziel unserer abwechslungsreichen Wanderung.
Direkt neben der Höhle legten wir eine gemütliche Rast ein. Bei Getränken und einem kleinen Imbiss konnten wir uns stärken, miteinander plaudern und neue Kräfte für den Rückweg sammeln.
Mit vielen schönen Erinnerungen zurück nach Erbach
Gut gestärkt machten wir uns nach unserer Rast auf den Rückweg. Etwa eine Stunde später erreichten wir auf demselben Weg wieder den Parkplatz in Stetten ob Lontal.
Im Gepäck hatten wir nicht nur ein paar müde Beine, sondern vor allem viele schöne Eindrücke, interessante Geschichten und die Erinnerung an einen rundum gelungenen Herbstwandertag.
Gut gelaunt, ein wenig müde, aber glücklich über diesen erlebnisreichen Sonntag traten wir schließlich die Heimfahrt nach Erbach an.
Ein herzliches Dankeschön gilt Frau Edith Schneeweiss, die diese schöne Sonntagswanderung mit viel Engagement geplant und geführt hat. Ebenso bedanken wir uns bei allen Mitwanderinnen und Mitwanderern für die angenehme Gemeinschaft, die guten Gespräche und den harmonischen Tag.
Es war eine rundum gelungene Wanderung, die Natur, Geschichte und Geselligkeit auf wunderbare Weise miteinander verbunden hat. Und einmal mehr hat sich gezeigt: Gemeinsam unterwegs zu sein, macht selbst einen kühlen Herbsttag zu einem besonderen Erlebnis!


